Bei unserem Projekt GRRRLS* can skate geht es darum, Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen und Zwänge aufzubrechen, damit Menschen selbstbestimmt leben und lieben können. Wir sind eine Gruppe, die seit 2014 selbstverwaltet Veranstaltungen organisiert und emanzipatorische Mädchenarbeit mittels Skate- und Longboarding umsetzt. Action-Sport ist angeblich‚ nur was für Jungs? Wir lachen herzlich, verschränken die Arme und sagen: Nö. Action ist für alle da! Immer wieder erleben wir, wie gerne junge Mädchen* und Frauen* sich auf ein Skateboard / Longboard stellen möchten und das wollen wir fördern! Denn leider sieht das in der Skateszene oft anders aus. Obwohl es auch Frauen* gibt, treten in diese auch in Erscheinung/tauchen diese kaum auf. Unsere Arbeit sehen wir als Bildungsarbeit und wir glauben, dass Sport – als Sozialisationserfahrung – ein wichtiger Ansatz der Jugend- und Erwachsenenbildung ist, um Geschlechterstereotypen entgegenzuwirken und diese abzubauen. Wir wollen Geschlechterrollen hinterfragen, neue Frauen*-Bilder schaffen und in Skate-Workshops gemeinsam lernen. Theorie und Praxis über das Ursprüngliche der Skatens, nämlich die gemeinschaftliche Freiheit draußen auf der Straße! Eine tolle Kombination! Unser Ziel ist es, Selbstbewusstsein und persönliche Entfaltung zu fördern, einen Raum zu schaffen, in dem Menschen solidarisch miteinander lernen und Spaß haben. Mit all den unterschiedlichen Positionen wie Herkunft, Geschlecht und Sexualität, sowie Skill-Level oder ob Skateboard oder Longboard! Das Thema ‚Frauen* in der Skate-Szene‘ hat dabei nicht nur, aber insbesondere lokale Relevanz. Mit der Neueröffnung des Kesselbrinks ist Bielefeld zu einem Standort geworden, der zwar neuen Raum für Rollbrettsport bietet, allerdings auch symptomatisch für einige Probleme der Szene steht. Die überwiegend sexistische Betrachtung von Skater*innen in Magazinen und anderen Medien schlagen sich für Interessierte in alltäglicher Erfahrung nieder. Aus Sprüchen, Blicken und Belächeln ergibt sich oft ein Sonderstatus für Anfänger_innen, der dort viel Überwindung abverlangt, wo das Erlernen der Technik schon Herausforderung genug ist. Um diesen komplexen Teufelskreis der Unsichtbarkeit neuer Vorbilder und individuellen Startschwierigkeiten zu durchbrechen, soll etwas passieren. Überall. Und wir arbeiten daran in Bielefeld.