Hallo zusammen,

wir arbeiten im Rahmen der Aktionstage 'Gesellschaft macht Geschlecht', die alljährlich an der Universität Bielefeld stattfinden, an einer Veranstaltungsreihe zum Thema‚ Frauen* in der Skate-Szene. In der großzügig ausgehnten Aktionstage-Woche selber, vom 14.–24. November 2014, wird es wieder zahlreiche Möglichkeiten geben, sich in Form von Vorträgen, Workshops, Theater und Diskussionsrunden damit zu beschäftigen, wie Gesellschaft Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität vermittelt und wie Ungleichheit zu struktureller Ungerechtigkeit wird. Das Thema ‚Frauen* in der Skate-Szene‘ hat dabei nicht nur, aber insbesondere lokale Relevanz. Mit der Eröffnung des Skateparks am Kesselbrink ist Bielefeld zu einem Standort geworden, der zwar neuen Raum für Rollbrettsport bietet, allerdings auch symptomatisch für einige Probleme der Szene steht. Die Unterrepräsentation von Frauen* und die oft stereotype, sexistische Betrachtung von weiblichen* Skater*innen in Magazinen und anderen Medien schlagen sich für Interessierte in alltäglicher Erfahrung nieder. Aus Sprüchen, bestimmten Blicken und Belächeln ergibt sich oft ein Sonderstatus für Anfänger*innen, der dort viel Überwindung abverlangt wo das Erlernen der Technik schon Herausforderung genug ist. Um diesen komplexen Teufelskreis von Unsichtbarkeit weiblicher* Vorbilder und individuellen Startschwierigkeiten zu durchbrechen, soll etwas passieren. In Bielefeld.

Das Programm erstreckt sich über einen gedehnten Zeitraum, um Nachhaltigkeit zu ermöglichen und thematisch präsent zu bleiben:

Teil 1: Aktionstag für Anfänger*innen // 27.9.2014 // 12 - 18 Uhr

– Workshops unter Anleitung; sowohl für Longboard als auch für Skateboard
– Vorstellung von diversen GIRLS*-Crews in der Umgebung und geeigneten Plätzen
– Unterteilung nach Altersgruppen (8–99 J)
– Zeitraum ca. jeweils 3 Std.
– Ort: Skateplatz an der Sudbrackstraße

Teil 2 : Filmabend mit Diskussion und zum Netzwerken // Oktober// t.b.a.

– Beispiele: Skateistan (über Skater*innen in Afghanistan)
– Ort: Filmhaus, August-Bebel-Straße

Teil 3: Podiumsdiskussion // Zeitraum 20.11.2014 // 14 - 16 Uhr

– Diskussion zum Stand der Szene mit offener Fragerunde
– Referentinnen: Yvonne Labetzki (Betonkultur e.V., Berlin), Anna Gross (suck my trucks Berlin), Maria Arndt (Fotografin Girls in Longboarding, Bielefeld), Giulia Alfeo (Longboarderin, Oberhausem)
– Übersetzung wird bereitgestellt
– Ort: Universität Bielefeld

Begleitendes Programm
– Ausstellung der Fotoreihe Girls in Longboarding von Maria Arndt
– Filmische Dokumentation der Workshops
– Erstellung einer Homepage, basierend auf einem eBook, das Anfänger*innen die ersten Schritte erklärt
– Flyer mit Auflistung von Plätzen/GIRLS*-Crews

>>>Workshop - Anmeldung unter grrrlscanskate@gmx.de <<< Zum Workshop: Für wen ist der Workshop? Der Workshop richtet sich bevorzugt an Frauen/Mädchen, Lesben, Trans* und Intersex (kurz: FLT*I). Warum ist das so und was genau heißt eigentlich FLT*I? In der Skateszene sind vor allem Jungs und Männer unterwegs. Das kann auf viele andere Menschen einschüchternd wirken. Wir möchten das in unserem Workshop zahlenmäßig umdrehen und dadurch einen Raum schaffen, in dem sich auch FLT*I wohl und willkommen fühlen. Vielleicht fragst du dich, warum wir Frauen/Mädchen schreiben und dann extra nochmal Lesben, weil das doch auch Frauen/Mädchen sind. Wir schreiben das trotzdem extra nochmal hin, weil Lesben oft unsichtbar gemacht werden und wir sicherstellen wollen, dass auch Lesben sich durch diesen Ankündigungstext eingeladen fühlen. Dasselbe gilt für Intersex und Trans* Menschen – auch sie werden oft unsichtbar gemacht und auch sie wollen wir gerne ausdrücklich einladen. Mit Intersex sind Menschen gemeint, die mit Geschlechtsmerkmalen zur Welt kommen, die sich nicht eindeutig als „weiblich“ oder „männlich“ einordnen lassen. Mit Trans* sind Menschen gemeint, die bei der Geburt als „weiblich“ bzw. „männlich“ eingeordnet wurden, für die das aber nicht oder nicht ganz passt. Wir meinen hier ganz besonders auch (aber nicht nur) transsexuelle Frauen/Mädchen und weitere Trans* Weiblichkeiten.